Zum neuen Jahr hin verabschiedet sich Ursula Saatz, nach jahrzehntelanger Arbeit im Team des autonomen Frauenhauses Münster in den Ruhestand.

Ursulas Abschied haben wir jetzt gemeinsam mit den aktuellen und ehemaligen Bewohnerinnen, den Vereinskolleginnen, Netzwerkpartnerinnen, ehemaligen Mitarbeiterinnen, mit Unterstützerinnen und Wegbegleiterinnen gebührend gefeiert.

Ursula hat die Frauen und Kinder in Ihrer Arbeit immer an erste Stelle gesetzt und sich jahrelang für die Belange gewaltbetroffener Frauen und Kinder eingesetzt. Sie hat dazu beigetragen, dass die rote Bank, als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern, einen Platz in der Münsteraner Innenstadt bekommt. Jahrelang war sie “unser Gesicht” und “unsere Stimme” nach außen. Sie hat Interviews und O-Töne für Fernsehen, Presse und Radio gegeben und so dafür gesorgt, dass die systematischen Auswirkungen und Probleme von patriarchaler Gewalt bekannter werden. Sie war maßgeblich daran beteiligt, dass es ein neues Frauenhaus für den Verein in Münster gab und hat dadurch dafür gesorgt, dass noch viele Generationen nach ihrer Zeit als Kollegin Frauen und Kinder Schutz und Sicherheit im Frauenhaus Münster finden.

Und auch in ihrer Abschiedsrede hat Ursula die Frauen nochmal in den Mittelpunkt ihres Handelns und Wirkens gestellt:

“ Liebe Frauen ihr seid die Mutigsten unter uns! Ihr habt euch aufgemacht in eine völlig unbekannte Zukunft ohne Gewalt. Ihr habt alles hinter euch gelassen, um euch und eure Kinder zu schützen. […]“.

Das Team sagt DANKE für deine Arbeit und deinen unermüdlichen Einsatz gegen patriarchale Gewalt, der mit deinem Ruhestand sicher nicht enden wird!

Informationen

Alle Spenden sind steuerabzugsfähig, Spendenbescheinigungen werden ausgestellt. Bitte gib dazu deine Anschrift an.

Für Spenden bis zu einer Höhe von 300,00 € reicht der Nachweis auf dem Kontoauszug zur Vorlage beim Finanzamt aus.

Möchtest du ein bestimmtes Projekt unterstützen, gib dies bitte unter „Verwendungszweck“ an (z.B. Frauenhaus Münster/Telgte oder Frauenberatungsstelle).

Spendenkonto
Frauenhaus und Beratung e.V.
Sparkasse Münsterland Ost
IBAN DE45 4005 0150 0000 3015 98
BIC WELADED1MST

Intersektionalität

Ein Mensch kann wegen unterschiedlicher Gründe mehrfach diskriminiert werden. Das kann zum Beispiel aufgrund des Geschlechts, der Hautfarbe, Klasse, einer Behinderung oder der sexuellen Orientierung passieren. Alle diese Teile eines Menschen gehören zusammen und wirken sich aufeinander aus. Das bedeutet, dass jeder Mensch eigene Erfahrungen mit Diskriminierung macht und auch wegen verschiedener Merkmale mehrfach diskriminiert werden kann. Zum Beispiel könnte eine Schwarze Frau anders behandelt werden als eine weiße Frau, weil sie sowohl eine Frau als auch Schwarz ist und damit diese beiden Punkte zusammenwirken. Eine Frau mit Fluchterfahrung und mit einer Behinderung kann rassistisch diskriminiert werden, weil sie eine Frau ist und aufgrund ihrer Behinderung (weil zum Beispiel auch nicht alle öffentlichen Plätze barrierefrei sind). Somit spielen alle Gründe, wegen denen Menschen diskriminiert werden zusammen und machen die Situation für die Person schwieriger.

Patriarchale Gewalt

Patriarchale Gewalt betrifft viele Bereiche der Gesellschaft, in der wir leben. Alles, was als weiblich angesehen wird, wird dem Männlichen untergeordnet. Männer hatten in der Vergangenheit und haben noch heute viele Vorteile gegenüber Frauen und auch mehr Macht. Egal ob zuhause oder in der Öffentlichkeit – zum Beispiel im Beruf, in der Politik, in Behörden oder sozialem Umfeld. Die Gewalt findet statt, weil viele Menschen denken, dass Männer besser oder wichtiger sind als Frauen. Das führt dazu, dass Frauen meistens unbezahlte Erziehungs- und Haushaltsarbeit leisten, weniger Geld verdienen oder keinen Zugang zu Schule und Bildung haben. Denn Patriarchale Gewalt soll oftmals dafür sorgen, dass Personen, die nicht dem anerkannten Bild von Männlichkeit entsprechen, unterdrückt werden und weniger Macht haben.  Patriarchale Gewalt bedeutet auch, dass Männer oder Gruppen von Männern Gewalt benutzen, um Macht über Frauen und andere Geschlechter zu haben. Diese Gewalt kann körperlich sein, aber auch durch Worte oder indem Männer Kontrolle über Geld haben. Beispiele sind, wenn Männer Frauen schlagen, belästigen, beleidigen unterdrücken oder unfair behandeln.