Start Frauenhaus Münster

HILFE! Wir suchen dringend Wohnungen!!!

Liebe UnterstützerInnen und Interessierte,

durch die Corona-Situation ist unser Frauenhaus regelrecht "verstopft". Wohnungsbesichtigungen finden nicht meht statt, sodaß Frauen und Kinder nicht ausziehen können. Wir sind zu 100 % belegt und können keine neuen Frauen und Kinder aufnehmen, die sich in Gefahr befinden. Deshalb suchen wir dringend Wohnungen. Angebote an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte weitersagen!!!

Wir suchen zur Zeit  ein 1-Zimmer-Appartement (1 Person) in Münster zum ALG-II Mietsatz.

Anzahl der Personen im HaushaltGesamtbetrag aus angemessener Kaltmiete plus angemessener Nebenkosten
1 492,50 Euro zzgl. Heiz
   
   
   

Redebeitrag zum internationalen Frauentag # KEINE MEHR

Mit unsere Aktion #KEINE MEHR wollten wir den mindestens 135 Frauen, die 2019 in Deutschland getötet wurden ein Gesicht geben und deutlich machen: Wir haben euch nicht vergessen!

Hier mitten unter uns wird jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau vom Partner oder Ex-Partner getötet, d.h. vielleicht Montag eine, eine weitere am Donnerstag und noch eine am Sonntag – jede Woche!

Im letzten Jahr waren es mindestens 135 Frauen.

Jede dritte Frau wird einmal in ihrem Leben Opfer von körperlicher und oder sexueller Gewalt und die Hälfte aller Frauen hat bereits Erfahrung mit sexueller Belästigung. Die Opferzahlen im Bereich häuslicher Gewalt steigen seit Jahren. Es ist aber nur die sichtbare Spitze. Wir wissen nicht, wie viele Frauen tatsächliche betroffen sind. Die Dunkelziffer ist extrem hoch.

Schaue ich mich hier um bin ich sicher: auch hier stehen Frauen, die dies erleben.

Die schiere Wucht dieser Zahlen sagt: Das ist kein Privatproblem. Und doch behandelt die Gesellschaft Gewalt gegen Frauen noch immer so, als wäre sie eine Privatsache. Als wäre sie etwas, was hinter verschlossene Türen gehört, nur weil sie meist hinter verschlossenen Türen stattfindet.

Es gibt keine Rechte der Ehemänner auf ihre Frauen und es gibt auch kein Selbstverschulden der Frauen durch Kleidung oder Auftreten, wenn ihnen Gewalt wiederfährt.     Bis Ende der 90 Jahre war Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland nicht strafbar. Ein Trauschein wirkte wie ein Freibrief. Das Gesetz, das Vergewaltigungen in der Ehe zur Straftat machte, trat erst am 1. Juli 1997 in Kraft, vor 20 Jahren; im Bundestag angenommen mit 470 zu 138 Stimmen bei 35 Enthaltungen.

(aus den Reihen der 138 die mit nein gestimmt waren, stammt auch der jetzige Bewerber für den Vorsitz der CDU Deutschland, Friedrich Merz., der aktuell massiv gegen eine Frauenquote in seiner Partei eintritt).

Frauenhäuser können nicht nur Gewalt verhindern, sie retten oft Leben. Sie ermöglichen Betroffenen – Frauen wie Kindern – die Chance auf einen Neuanfang, einen Ausweg aus der oft jahrelangen Gewaltspirale und eine Rückkehr in ein normales Leben.

Deutschlands Frauenhäuser sind voll,überlastet, seit Jahren schon. Die Folge: Tausende schutzsuchende Frauen finden keinen Platz, wenn sie ihn am dringendsten benötigen. Ein Zustand, der im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein kann. Platzmangel ist lebensgefährlich 

Knapp 7000 Plätze in Frauenhäusern gibt es in ganz Deutschland – das Angebot müsste eigentlich verdreifacht werden. Wir fordern: Mehr Frauenhäuser, besser finanziert

Das Problem, dass nicht alle schutzbedürftigen Frauen einen Platz im Frauenhaus bekommen, ließe sich lösen. Eine Konvention des Europarats, die sogenannte Istanbul Konvention, die auch Deutschland nun endlich ratifiziert hat, fordert viel mehr Frauenhausplätze. Momentan gibt es 6.800 Plätze. Die Konvention empfiehlt aber 21.400 Plätze, also 2,5 pro 10.000 Einwohner. Das heißt, es fehlen rund 14.600 Plätze.

Gäbe es diese Anzahl an Plätzen, ist davon auszugehen, dass in jedem Frauenhaus immer ein freier Platz zur Verfügung steht.

Deshalb fordern die Autonomen Frauenhäuser seit vielen Jahren eine bedarfsgerechte, verlässliche und einzelfallunabhängige Frauenhausfinanzierung auf gesetzlicher Grundlage

Ein starkes Hilfesystem ist elementar, um schutzbedürftigen Frauen und – ganz wichtig – auch deren Kindern Halt und Schutz zu bieten.

Solch ein Hilfesystem braucht eine starke und verlässliche Finanzierung. Ich möchte hier unterstreichen: Im Sinne aller schutzsuchenden Frauen muss eine sichere Finanzierung der Frauenhäuser gewährleistet sein, unabhängig von Einkommen, Aufenthaltsstatus oder Herkunftsort.

Um Gewalt gegen Frauen zu verhindern, braucht es politische und gesellschaftliche Verantwortung. Die Debatte darf sich nicht auf die weibliche Opferrolle fixieren, darf den Handlungsbedarf nicht allein auf Seiten der Frau suchen. Eine Veränderung beginnt mit der Anerkennung der Tatsache, dass es sich hier um ein Problem handelt, das alle angeht. Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache

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8maerz2 Liste der getöteten Frauen auf lanngen Papierbahnen  

 

8maerz3 rote Schuhe neben den Listen der getöteten Frauen     8maerz4 rote Schuhe auf dem Platz aufgestellt in Form eine Frauenzeichens

eigene BilderMZ9Mrz2020 Pressefoto MZ vom 9.3.2020 Foto: Oliver Werner Pressefoto Münstersche Zeitung vom 09.03.2020 Foto: Oliver Werner

Aktion zum internationalen Frauentag #KEINE MEHR

Am 7. März 2020 ab 15 Uhr laden wir ein zu einem Info-Stand und der Aktion "Rote Schuhe" in der Stubengasse in Münster.

Bereits seit 2009 gilt das Projekt "Rote Schuhe" weltweit als Symbol für Femizide -also für  Morde, die an Frauen aufgrund ihres Geschlechts begangen werden.

Allein im letzten Jahr wurden 135 Frauen in Deutschland getötet. Um dies sichtbar zu machen stellen wir 135 Paar rote Schuhe auf dem Platz auf.

Ein Paar Schuhe für jede getötete Frau!

Es werden Mitarbeiterinnnen von Frauenhaus und Beratung e.V. vor Ort sein

 

 

 

 

 

 

 

Femizide verhindern – Möglichkeiten von Prävention und Intervention

Pressemitteilung Fachtag „Femizide verhindern – Möglichkeiten von Prävention und Intervention“ am 12.11.2019 in Mannheim
Am o.g. Fachtag nahmen insgesamt 240 Personen aus ganz Deutschland teil. Vertreten waren Mitarbeiter*innen aus Frauenhäusern, Frauenberatungsstellen, Jugendämtern, kommunalen Gleichstellungsbüros, bundesweiten Vernetzungsstellen, Täterberatungsstellen, Polizeipräsidien, Wissenschaft&Lehre, sowie Jurist*innen.
Im Sinne des interdisziplinären Fachaustauschs wurde auch das Programm zusammengestellt. Es gab Fachvorträge zu rechtlichen Themen, zur Istanbul-Konvention und auch die (Un-) Sichtbarkeiten in der medialen Berichterstattung wurden thematisiert. Ebenso haben wir etwas zum Beitrag der Wissenschaft zur Verhütung von Femiziden gehört.

Femizide sind keine dramatischen Einzelfälle, wie sie medial noch zu häufig dargestellt werden. Sie haben System und sind Produkt eines gesellschaftlichen Ganzen. Mit Femizid ist die vorsätzliche Tötung einer Frau aufgrund eines angeblichen Verstoßes gegen tradierte und normative Rollenvorstellungen gemeint. Frauen, die selbstbestimmt über ihr Leben, ihren Körper und ihre Sexualität entscheiden wollen, werden von denen, die dies nicht dulden, gewaltvoll bestraft1. In Deutschland treten Femizide meist als ‚Trennungstötung‘ auf: also die Tötung der derzeitigen oder ehemaligen Partnerin wegen der durchgeführten oder beabsichtigten Trennung2.

Neben einer professionellen und partnerschaftlichen Vernetzung der beteiligten Institutionen im Sinne des Gewaltschutzes von Frauen und Kindern ist die Finanzierung dieser Arbeit von grundlegender Wichtigkeit. Inhaltlich haben sich während des Fachtags folgende 5 Maßnahmen als zentral herausgestellt: 1. Schutz- und Hilfsstrukturen, wie z.B: Frauenhäuser können unter bestimmten Voraussetzungen (Platz, Finanzierung etc.) Frauen und Kinder adäquat schützen. 2. Maßnahmen müssen auf Augenhöhe erfolgen ohne die gewaltbetroffene Frau als mitverantwortlich darzustellen. 3. Allen zuständigen Behörden muss die Gefährdungslage in Hochrisikofällen klar sein und die Situation muss von den Beteiligten entsprechend ernst genommen werden. 4. Wenn Gefährdungseinschätzungen durchgeführt werden, dann systematisch und schlüssig. Und die betroffene Frau ist in den Prozess einzubeziehen. 5. In Sorge- und Umgangsrechtsverfahren muss der Schutz von Mutter und Kindern Vorrang haben.

1 Russell, Diana and Roberta Harmes (2006). Feminicidio: Una Perspectiva Global. Mexico City: Centro de Investigaciones Interdisciplinarias en Ciencias y Humanidades of the National Autonomous University of Mexico, p. 74.
2 https://www.sueddeutsche.de/panorama/femizid-gewalt-gegen-frauen-1.4635132

In diesem Sinne fordern wir auch Medienvertreter*innen dazu auf, ihren Teil zur Verhütung von Femiziden beizutragen. Die mediale Berichterstattung ist neben den o.g. Aspekten ebenfalls ein wichtiger Baustein im Gewaltschutz von Frauen und Kindern. Femizide sind als das zu benennen und anzuerkennen was sie sind – die Taten haben mit Macht und Gewalt zu tun. Solange aber von ‚Beziehungstaten‘ und ‚Familiendramen‘ gesprochen und geschrieben wird, verschwindet die gesamtgesellschaftliche Dimension der Tat. Es wird der Eindruck vermittelt, die Tat sei irrelevant für die Öffentlichkeit und eine Privatangelegenheit. Wirklich verhindert werden können Femizide aber nur, wenn wir die dahinterliegenden Strukturen anerkennen und gezielt verändern. Wir begrüßen daher die Entscheidung der dpa vom 14.11.2019, Begriffe wie ‚Familientragödie‘ oder ‚Beziehungsdrama‘ nicht mehr zu verwenden in der Berichterstattung zu Gewaltverbrechen innerhalb von Familien und partnerschaftlichen Beziehungen.
Zur Übersicht der bisherigen Femizide 2019 in Deutschland besuchen sie folgende Homepage:
http://www.onebillionrising.de/femizid-opfer-meldungen-2019/

 

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